Bekommen Katzen ihre Tage? Nein. Katzen haben keinen Zyklus wie Menschen und bluten bei der Rolligkeit nicht. Was wie eine dramatische „Periode“ aussieht, ist die Paarungsbereitschaft — mit viel Rufen, Rollen und Anhänglichkeit. Hier erfährst du, was wirklich passiert, wie lange es dauert und wann eine Blutung zum Tierarzt gehört.
Was Rolligkeit wirklich ist
Die Rolligkeit (fachlich Östrus) ist die Phase, in der eine unkastrierte Kätzin paarungsbereit ist. Anders als beim Menschen gibt es keinen monatlichen Zyklus mit Blutung. Katzen sind induzierte Ovulierer: Der Eisprung wird erst durch den Deckakt ausgelöst. Bleibt die Paarung aus, gibt es keinen Eisprung — und die Rolligkeit kehrt nach kurzer Pause wieder.
Der Auslöser ist das Tageslicht: Mit den länger werdenden Tagen im Frühjahr beginnt die Paarungssaison. Wohnungskatzen unter Kunstlicht können dadurch fast ganzjährig rollig werden — eine echte Belastung für Tier und Halter.
Die Anzeichen
Rolligkeit ist schwer zu übersehen. Typisch sind:
• Lautes, langgezogenes Rufen (fast schon Jaulen) — oft tag und nacht. Mehr dazu, wenn die Katze jault.
• Rollen und Wälzen am Boden
• Aufstellen der Hinterhand, Schwanz zur Seite, Trippeln mit den Hinterbeinen
• Gesteigerte Anhänglichkeit, Köpfchengeben, Reiben an allem
• Manchmal Harnmarkieren und weniger Appetit
Tag 1–2 (Vorphase): Anhänglicher, unruhiger, erste Laute.
Tag 3–6 (Höhepunkt): Volle Paarungsbereitschaft — lautes Rufen, Rollen, aufgestellte Hinterhand.
Danach: Ohne Deckung klingt es ab — und kehrt nach etwa 2–3 Wochen zurück, solange die Saison läuft.
Wie lange und wie oft
Eine einzelne Rolligkeit dauert meist 4 bis 7 Tage. Bleibt die Paarung aus, wiederholt sie sich in der Saison alle 2 bis 3 Wochen. Das kann sich zu wochenlangem Dauerstress summieren. Die erste Rolligkeit tritt oft schon mit 5 bis 9 Monaten ein — teils früher. Eine ungewollte Trächtigkeit ist also schneller möglich, als viele denken.
Wichtig: Katzen bluten NICHT bei der Rolligkeit
Das ist der häufigste Irrtum — und ein wichtiger. Anders als Menschen und Hündinnen bluten Katzen bei der Rolligkeit nicht. Eine sichtbare Blutung aus dem Genitalbereich ist deshalb immer ein Warnzeichen: Sie kann auf eine Gebärmutterentzündung (Pyometra), eine Verletzung oder andere Erkrankungen hindeuten und gehört umgehend zum Tierarzt.
Die Lösung: Kastration
Dauernde Rolligkeit ist für die Katze Stress pur und kann langfristig krank machen (etwa Gebärmutter- oder Gesäugeerkrankungen). Die Kastration beendet das hormonelle Auf und Ab zuverlässig, verhindert ungewollten Nachwuchs und senkt das Risiko mehrerer Erkrankungen. Auch das nächtliche Rufen und Markieren hören damit auf — ein Gewinn für Katze und Halter. Rund um Kosten und Ablauf hilft der Ratgeber zur Kastration. Und warum die Katze während der Rolligkeit auch nachts so laut ist, liest du im Ratgeber, wenn die Katze nachts miaut.
Häufige Fragen
Bekommen Katzen ihre Tage wie Menschen?
Nein. Katzen haben keinen Menstruationszyklus und bluten bei der Rolligkeit nicht. Sie sind sogenannte induzierte Ovulierer — ein Eisprung wird erst durch die Paarung ausgelöst. Statt einer Blutung zeigen rollige Katzen vor allem Verhaltensänderungen wie lautes Rufen, Rollen am Boden und gesteigerte Anhänglichkeit.
Woran erkenne ich, dass meine Katze rollig ist?
Typische Anzeichen sind lautes, langgezogenes Jaulen, Rollen und Wälzen am Boden, das Aufstellen der Hinterhand mit zur Seite gelegtem Schwanz, gesteigerte Anhänglichkeit und manchmal Harnmarkieren. Der Appetit kann sinken. Das Ganze wirkt oft dramatisch, ist aber normal.
Wie lange und wie oft ist eine Katze rollig?
Eine einzelne Rolligkeit dauert meist 4 bis 7 Tage. Bleibt die Paarung aus, wiederholt sie sich während der Paarungssaison (etwa Frühjahr bis Herbst) alle 2 bis 3 Wochen. Manche Wohnungskatzen werden durch künstliches Licht sogar fast ganzjährig rollig.
Ab welchem Alter wird eine Katze rollig?
Die erste Rolligkeit tritt meist mit 5 bis 9 Monaten ein, bei frühreifen Tieren auch schon mit 4 Monaten. Das ist früher, als viele denken — eine ungewollte Trächtigkeit ist also schnell möglich. Wer keinen Nachwuchs will, sollte die Kastration rechtzeitig planen.
Meine Katze blutet während der Rolligkeit — ist das normal?
Nein. Anders als Menschen bluten Katzen bei der Rolligkeit nicht. Eine sichtbare Blutung aus dem Genitalbereich ist immer ein Warnzeichen — etwa eine Gebärmutterentzündung oder Verletzung — und gehört umgehend tierärztlich abgeklärt.
Katzenverhalten wissenschaftlich erklärt. Alle Artikel werden mit Quellen belegt und regelmäßig aktualisiert.